Recruiting Tipps sind gefragt!

Dabei liegt das Glück manches Mal im täglichen Leben sichtbar vor dem eigenen Auge. Der Handel bietet zahlreiche Anregungen für die Personalsuche. Retail und Recruiting, Handel und HR – Kunde und Kandidat, Customer und Candidate: das sind gemeinsame Anfangsbuchstaben. Was könnte da sonst noch sein – denken Sie möglicherweise. Sie werden staunen! Als HR Bereich und als Fachabteilung können Sie vom Handel so einiges für Ihre Personalgewinnung lernen!

1 von 8 Recruiting Tipps: Kunde – Kandidat / Customer – Candidate

Im Handel (natürlich auch in anderen Unternehmen) dreht sich alles um den Kunden: neue Kunden gewinnen, Kunden halten, Kunden ausbauen. Das Stichwort heißt: Customer Centricity! Stelle den Kunden in den Mittelpunkt! Denn ohne Kunden gibt es kein Geschäft – ohne die richtigen Mitarbeiter auch nicht! Kunden müssen angeworben, begeistert und überzeugt werden, dass die Produkte und Dienstleistungen genau die Lösung darstellen, nach der die Kunden gesucht haben. „Acquisition“ ist das Zauberwort.

Das Gleiche gilt heute für Kandidaten. Wenn Sie heute neue Mitarbeiter einstellen wollen, dann müssen Sie diese akquirieren, gewinnen und überzeugen. Sie müssen sie begeistern, nämlich davon, dass Sie ein attraktives Unternehmen sind mit verheißungsvollen Arbeitsplätzen und herausstechenden Benefits. Nur bei Ihnen kann dieser Mensch eine solch spannende fachliche Aufgabe übernehmen und sich so entwickeln, wie es zu seiner persönlichen Zielsetzung passt.

Bewerber sind keine Bittsteller, die unbedingt in Ihren Mitarbeiterkreis aufgenommen werden wollen. Sie haben heute oftmals die Wahl zwischen verschiedenen attraktiven Angeboten. Deshalb geht es für Sie als Arbeitgeber vor allem darum, potenziellen Kandidaten mit einem anderen Mind-Set zu begegnen.

Tipp 1: Sehen Sie Bewerber als Ihre Kunden an, an die Sie Ihre offenen Stellen auf Augenhöhe „vermarkten“!

2 von 8 Recruiting Tipps: Multi Channel – Kanalwahl

Der Handel adressiert seine Kunden über die unterschiedlichsten Kanäle. „Multi Channel“ heißt das in neudeutsch.

Und bei der Personalsuche?

Hier haben Sie das gleiche Thema. Als Unternehmen können Sie die unterschiedlichsten Kanäle bespielen, um die besten Kandidaten anzusprechen: Homepage, Stellenanzeigen, Print, Online, Mobile, Social Media, Messen, Events, Hochschulen usw. Immer geht es darum, dass Sie per Employer Branding erfolgreich sichtbar werden und dass Sie Ihre offenen Jobs aktiv kommunizieren. Welchen Kanal Sie als Recruiter wie intensiv nutzen, hängt davon ab, welcher Kanal für welche Kunden / Bewerber am besten geeignet ist.

Wo halten sich Kunden für Ihre speziellen Produkte auf? Wo halten sich potentielle Kandidaten für die Jobs in Ihrem Unternehmen auf?

„Viel bringt viel“ scheint im ersten Moment eine Lösung zu sein. Jedoch wird „Masse statt Klasse“ wahrgenommen – und zwar negativ. Daher sollten Sie diese Strategie im HR Recruiting unbedingt meiden. Der Tenor lautet nämlich dann: die haben’s aber nötig!

Tipp 2: Fragen Sie, wo sich Ihre potenziellen Mitarbeiter wirklich aufhalten und über welchen Kanal (oder Kombination von Kanälen) Sie welche Art von Mitarbeiter erfolgreich erreichen können. Gehen Sie als HR auch kreative neue Wege! Wenn Sie regional aufgestellt sind, haben Sie Nischenmöglichkeiten, die Sie nutzen können und die die großen Player nicht nutzen!

3 von 8 Recruiting Tipps: Cross Channel Marketing – Personalmarketing

Im Handel werden Marketingkampagnen kanalübergreifend gestaltet. Dadurch sind im Idealfall die Marketing Botschaften über alle Kanäle hinweg aufeinander abgestimmt. Deshalb bekommt der Kunde ein durchgängiges stimmiges Erlebnis.

Auch für Sie als HR Manager macht es Sinn, dass Sie Ihre Personalmarketing-Maßnahmen konsistent aufeinander abstimmen. Nur dann schaffen Sie Synergien und Ihre Bewerber erhalten eine durchgängige Botschaft. Stellenanzeigen in Online-Portalen und in sozialen Netzwerken, Web-Karriere-Auftritt, Social-Media-Kontaktaufnahmen, Ansprachen über Headhunter, Active Sourcing und mehr: vermitteln Sie in allen Kanälen die gleiche Botschaft.

Tipp 3: Entwickeln Sie konsistente und kanalübergreifende Personalmarketingbotschaften!

4 von 8 Recruiting Tipps: Customer Journey / Customer Experience – Candidate Journey / Candidate Experience

Die Customer Journey soll dem Kunden immer und in allen Kontaktpunkten eine möglichst aufregende Einkaufsreise vermitteln. Idealerweise ist diese Reise personalisiert und auf seine individuellen Bedürfnisse am Point of Sale abgestimmt – sowohl online als auch stationär. Diese positiven Erfahrungen (Customer Experience) führen letztlich zum Kauf.

Deshalb hat die „Candidate Experience“ auch im Recruiting Einzug gehalten und mittlerweile strategische Bedeutung für HR Maßnahmen. Das Erlebnis der Bewerber mit dem suchenden Unternehmen ist am Ende ausschlaggebend für seine Entscheidung. Denn die „Experience“ geht weit über die digitale oder gedruckte Wahrnehmung hinaus. Auch bei der Personalsuche überzeugt die stimmige Reise von online bis stationär. Der stationäre Kontaktpunkt sind im Recruiting die persönlichen Gespräche, die Menschen mit Ihnen als möglichem künftigen Arbeitgeber führen. Die Online-Verheißungen (Job Anzeigen, Homepage usw.) müssen im realen Kontakt zum Unternehmen und den dort arbeitenden Menschen als stimmig wahrgenommen werden! Und es passiert nicht selten, dass Bewerber zwar auf beeindruckende Online-Auftritte treffen, ein Vertragsangebot dann aber aufgrund negativer Erfahrungen im Recruiting-Prozess oder in Gesprächen ablehnen.

Tipp 4: Schauen Sie auf die Erfahrungen, die die Menschen mit Ihnen machen. Fragen Sie Ihre Kandidaten nach Feedback und prüfen Sie die Bewertungsportale im Netz!

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5 von 8 Recruiting Tipps: Conversion Optimierung

Was hat das mit dem Thema Mitarbeitergewinnung und HR zu tun? Unter Conversion Optimierung wird die Konversion von Interesse in eine Handlung verstanden. Dadurch werden mehr „Leads“ generiert. Dem Kunden wird eine schnelle und einfache Orientierung ermöglicht, so dass der Zugangsweg zum Kauf und zur Bezahlung – egal ob online oder stationär – optimal gestaltet ist, z.B. durch bessere und einfache Formulare, konkrete Hinweise u.ä.

Für HR bedeutet dieser Ansatz, dass sie das Interesse eines möglichen Bewerbers idealerweise in eine konkrete Bewerbung konvertieren. Dadurch erhalten Sie als Arbeitgeber mehr „leads“, d.h. mögliche Anwärter für die ausgeschriebenen Positionen. Das gelingt Ihnen, indem Sie es Ihren Kandidaten ermöglichen, sich auf klare, einfache und schnelle Weise auf einen Job zu bewerben, ohne aufwändige Suche nach Adressen oder anderen wichtigen Informationen.

Dennoch sieht die Realität stellenweise so aus:
  • aufwändig auszufüllende Online Formulare, für die z.T. 30 Minuten benötigt werden
  • Formulierungen wie: Bitte senden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen an unsere Personalabteilung (keine Angabe einer postalischen Adresse, keine Angabe einer E-Mail Adresse, keine Telefon-Nummer)
  • Aufforderungen wie: Ihre Bewerbungen schicken Sie bitte ausschließlich auf dem Postweg unter Angabe der Kenn-Nr. an …
  • Hinweise wie: Wir begrüßen Bewerbungen auf umweltfreundlichem Papier (Jahr: 2015)

Fragen Sie sich selbst, ob Sie damit Menschen wirklich anziehen oder eher abschrecken. Wenn Sie selbst sich bei Ihrem Unternehmen für einen neuen Job bewerben wollten, wie schnell, einfach und verlockend wäre das für Sie? Für Kandidaten ist die Entscheidung bei zu viel Aufwand oftmals ganz simpel: sie bewerben sich nicht.

Tipp 5: Schauen Sie auf den Zugang, den Ihre Bewerber durchlaufen müssen und optimieren Sie ihn, nicht mit Blick darauf, wie es für Sie aus HR Sicht am komfortabelsten wäre, sondern wie es für die gesuchten Talente am einfachsten ist!

6 von 8 Recruiting Tipps: Mobile Everywhere – Recruiting überall

Wir alle sind mittlerweile per Smartphone unterwegs. Die junge Generation wird sogar als „Generation always on“ bezeichnet. Und die Entwicklung zum noch stärkeren Einsatz des Smartphones wird weiter zunehmen. Die großen Online-Retailer haben neben responsiven Webseiten sogar eigene Apps für ihre Portale – und das mit gutem Grund. Das Ziel lautet, den Kunden immer und überall den Kauf zu ermöglichen.

Haben Sie schon einmal Ihre Karriereseiten und Ihre Job-Angebote daraufhin überprüft, ob sie mobiltauglich sind? Das ist heute quasi state-of-the-art, jedoch in der Realität vielfach nicht gegeben. Die Möglichkeit, sich einfach von unterwegs und von überall auf einen Job zu bewerben, ist vielleicht derzeit noch die Kür, wird aber in der Zukunft zum Pflichtprogramm gehören.

Tipp 6: Prüfen Sie in jedem Fall die Mobiltauglichkeit Ihrer HR Karriereseiten und Ihrer Job-Ausschreibungen! Gerade IT-Talente schauen auf Technologie! Im Idealfall ermöglichen Sie es Ihren Kandidaten, sich auch direkt über Smartphone und Tablet (z.B. per One-Click) bei Ihnen zu bewerben.

7 von 8 Recruiting Tipps: Chat – Answer my question

Ein weiterer Media Trend im Online Handel ist der Live-Chat. Warum ist das gut? Kunden, die Interesse an einem Produkt oder einer Dienstleistung haben können just im Moment des Kontaktes Fragen klären. Diese Echtzeitberatung (Chat) wird im Zeitalter der Messenger zunehmend beliebt.

Auch bei den aktuellen Recruiting Trends wird die Chat-Funktion hoch gehandelt. In der Gewinnung neuer Mitarbeiter haben die Personaler der Telekom bereits 2013 den „Telekom-Karriere-Chat“ eingeführt. Daimler hat das Thema Messenger im Jahr 2015 aufgegriffen und setzt mit „WhatsApp @ Daimler“ den Messenger-Dienst im Recruiting ein, um über diesen Weg mit Bewerbern erfolgreich in Kontakt zu treten. Fragen zu Stellenanzeigen, Entwicklungsmöglichkeiten oder Anforderungskriterien können so in weitaus kürzerer Zeit vom Recruiting beantwortet werden als per Mail. Diese Möglichkeit der einfachen digitalen Kommunikation zwischen Talenten und HR kann die Arbeit erleichtern, die Sinnhaftigkeit des Einsatzes hängt jedoch stark von der gesuchten Zielgruppe ab.

Tipp 7: Chat-Funktionalität ist ein Trend, der auch im Recruiting auf dem Vormarsch ist. Inwieweit es ratsam ist, auf den fahrenden Zug bereits jetzt aufzuspringen oder abzuwarten, hängt davon ab, welche Menschen Sie suchen und wie „chat-affin“ diese sind. Beobachten!

8 von 8 Recruiting Tipps: CRM = Customer Relationship Management – Candidate Relationship Management

CRM bezeichnet die systematische Gestaltung der Kundenbeziehung. Das umfasst die Beziehung sowohl zu existierenden Bestandskunden als auch zu Interessenten, die z.B. einen Newsletter abonnieren, aber noch kein kaufender Kunde sind. Ziel ist es, eine starke Kundenbindung (Customer Loyalty) aufzubauen bzw. die existierende Kundenbindung zu stärken. Bei aller Systematik: eine starke Beziehung hat immer mit starker Emotion zu tun! Zufriedenheit und Begeisterung machen aus einer loyalen Kunde-Marke-Beziehung eine „echte Liebe“.

Wie sieht das bei der Personalgewinnung und auf HR Seite aus?

Bestandskunden sind de facto die eingestellten Mitarbeiter. Diese Beziehung gilt es zu pflegen, denn die eigenen loyalen Mitarbeiter sind die allerbesten Botschafter für das eigene Unternehmen! Nicht umsonst ist dies ein wichtiger Kanal zur Stellenbesetzung.

Interessenten sind potenzielle Bewerber, die noch keinen direkten Kontakt zu Ihnen haben, die aber damit liebäugeln, sich bei Ihnen zu bewerben. Wie halten Sie als Recruiter Kontakt zu diesen?

Noch wichtiger sind Kandidaten, die Sie möglicherweise über Social Media oder Business Plattformen wie z.B. LinkedIn angesprochen haben, die aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt kein Interesse an einem beruflichen Wechsel haben (was sich jedoch in der Zukunft ändern könnte). Hierzu gehören auch Bewerber, die sich initiativ beworben haben, die grundsätzlich interessant für Sie sind, aber für die es zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine passende Aufgabe gibt. Und letztlich sind darunter auch Bewerber zu verstehen, die Sie bereits persönlich in Gesprächen kennengelernt haben, mit denen es aber zum entsprechenden Zeitpunkt nicht zum Abschluss eines Arbeitsvertrages gekommen ist. Die Möglichkeit, mit dem jeweiligen Interessenten zum richtigen Zeitpunkt erneut Kontakt aufzunehmen, erfordert die systematische Pflege eines solchen Kandidatennetzwerkes. Effizient können Sie das nur durch eine passende Software im Bereich Human Resources abbilden.

Tipp 8: Behalten Sie interessante Bewerber unbedingt auf Ihrem Radar!

Fazit der Recruiting Tipps

In Summe sind die Parallelen zwischen Retail und Recruiting beachtlich. Wenn Sie das nächste Mal einkaufen oder „shoppen“ – ob nun digital oder real -, dann sehen Sie genau hin und transferieren Sie! Der Blick über den Tellerrand lohnt sich! Egal ob Sie HR Generalist, Recruiter oder Fachvorgesetzter sind – für Ihre tägliche Arbeit im Finden und Binden der richtigen Talente für Ihr Unternehmen liefert der Handel zahlreiche Impulse und Recruiting Tipps.

Wie sehen Sie das? Wo sehen Sie Ansatzpunkte für den Vergleich Retail – Recruiting? Und was nehmen Sie mit?

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