Darf ich mich vorstellen: „Mein Name ist Schmitz! Peter Schmitz! Ich bin Personaler (deutsch) und Human Resources Manager (neudeutsch) im Winzer-Blog“.

Was bedeutet Storytelling für Bewerbungsgespräche? Berichten Sie nicht nur über die Hard Facts von Aufgabe und Unternehmen. Erzählen Sie Erlebnisse, die mit der Aufgabe verbunden sind und die mit den Menschen im Unternehmen zu tun haben. Echte Geschichten über Sie, Ihren Mitarbeiter, Kollegen und Kunden begeistern. Vielleicht finden Sie im Lebenslauf des Bewerbers einen dazu passenden Aufhänger. Ein Projekt, ein Hobby, gemeinsame ehemalige Arbeitgeber usw. können Sie exzellent einbinden. Damit bauen Sie eine direkte Verbindung zum Bewerber auf, die auch über das Bewerbungs-Gespräch hinaus nachhaltig wirkt. Ihr Bewerber ist ein Fan eines Vereins oder hat ein besonderes Hobby? Fragen Sie ihn, welche Persönlichkeiten dieses Vereins oder dieses Hobbies ihn besonders beeindrucken! Beschreiben Sie dann anhand dieser Persönlichkeit die Rolle bei Ihnen im Unternehmen. Für viele Menschen ist es einfacher, sich eine andere Person bildhaft in einer Rolle vorzustellen als sich selbst. Die Schlussfolgerung ist dann: ja, das ist es! Das möchte ich auch machen!

Wozu ist das gut?

Dass Storytelling dauerhaft einprägsam ist, habe ich selbst erlebt. In meinem Grundstudium an der Universität in Bonn gab es im Fach BWL einen Professor Dr. Hermann Sabel. Er hat die Erstsemester Vorlesung in allgemeiner Betriebswirtschaftslehre abgehalten. Die kompletten Grundlagen der BWL (Angebot, Nachfrage, Preisbildung usw.) hat er anhand von Sybille Schmitz erklärt, die als Marktfrau auf dem Bonner Markt Kiwis und Papayas verkauft. Das war genial! Er war zudem Professor für Marketing. Deshalb passte dieses Vorgehen perfekt, denn das war Storytelling in Hochform mit wissenschaftlichem Hintergrund! Der Effekt war mehrfach bemerkenswert: es war nicht nur einfacher und transparenter, die Dinge nachzuvollziehen, sondern sie waren auch langfristig gespeichert. Sogar heute kann ich mich genau daran erinnern: an den Hörsaal, an die Vorlesung, an den Professor und natürlich an Sybille Schmitz mit ihren Kiwis und Papayas. Und die anderen Professoren? Nun kommt die Sache mit dem Gedächtnis ins Spiel. Denn ganz offensichtlich hat es bei den anderen Vorlesungen nicht für das langfristige Abspeichern ausgereicht.

Und da nun Weihnachten vor der Tür steht: letztlich ist auch die Weihnachtsgeschichte auf ihre Art Storytelling.

In diesem Sinne: Fröhliche und begeisternde Weihnachten!