Willkommen im neuen Jahr Recruiting 2016! Ein neues Jahr hat immer einen Charakter von Aufbruch und Neuanfang. Warum ist das so? Am Jahresanfang fällt es leichter, nach vorne zu blicken, denn man „steht gerade am Anfang“. Auch der Blick zurück fällt leichter auf das, was in den vergangenen Monaten gut oder weniger gut verlaufen ist. Deshalb ist dieser „Zeitsprung“ ein hervorragender Moment für Ziele im neuen Jahr! Damit Sie im Recruiting vorwärts marschieren, kommen hier 5 Recruitingziele, die Sie in 2016 unter die Lupe nehmen sollten:

1  Arbeitgebermarke – Employer Brand

Wer braucht das schon? Wozu soll das gut sein? Wir haben doch tolle Produkte …! Diese oder ähnliche Aussagen höre ich immer wieder.

Die Arbeitgebermarke definiert das, wofür Sie als Arbeitgeber stehen. Sie beschreibt, was Sie ausmacht und warum Sie als Unternehmen einzigartig und besonders sind. Dieses Selbstverständnis sollte sich in allen Aktivitäten in Ihrem Recruiting zeigen.

Ein einfaches Beispiel: Sie sind ein klassisches Dienstleistungsunternehmen (Bank / Versicherung usw.), in der das Know How Ihrer Mitarbeiter das entscheidende Kapital ist. In Ihren Stellenanzeigen werben Sie mit Fotos Ihrer Einrichtung. Was sagt das über Sie aus? Welche Botschaft soll damit vermittelt werden? Kommt die Botschaft beim Bewerber an? Überlegen Sie, wofür Sie stehen! Und dann schauen Sie auf Ihr gesamtes Recruiting. Sehen Sie Handlungsbedarf?

2  Kanäle

„Wir suchen doch schon über alle Kanäle …“. Ist das wirklich so? Mehr ist oftmals gerade nicht mehr! Wie erfolgreich sind Sie wirklich mit welchen Kanälen? Welche nutzen Sie de facto? Schauen Sie genau, welche Positionen Sie zu besetzen haben und welche Kanäle wirklich zielführend sind! „Masse ist nicht Klasse“ – das gilt auch hier. Ich kenne Unternehmen ohne Budgetprobleme, die alle Kanälen einsetzen, die möglich sind. Die Folge: Im letzten Jahr erhielt ich beispielsweise von einem großen deutschen Unternehmen gleich 2 mal innerhalb von 3 Monaten die Aufforderung, ich solle mich als Ingenieur bewerben – über den Weg einer gesponserten Mail! Nicht nur, dass ich Personalberaterin bin, als Ingenieurin habe ich schlichtweg keinerlei Ausbildung! Und ich war sicher nicht die Einzige mit dieser Anfrage! Was löst das bei Bewerbern aus? Auf der anderen Seite kenne ich Unternehmen mit Budgetgrenzen, die teure Xing Recruiter Lizenzen haben und diese noch nicht ein Mal genutzt haben! Wenn Sie Xing nutzen wollen, dann gehen Sie es an, legen Sie los und betreiben Sie konsequent und richtig Active Sourcing. Wenn Sie mit Personalvermittlern oder alternativ Personalberatern zusammenarbeiten, entscheiden Sie sich konsequent für Ihre Partner. Die gleiche Position an 3 oder beliebig mehr Partner zu „streuen“ bringt nicht mehr Ergebnisse, sondern – wie auch bei zu vielen Anfragen – Unmut bei Bewerbern. Betreiben Sie Hochschulmarketing? Wie aktiv pflegen Sie die Beziehungen zu den Hochschulen und Lehrstühlen? Ich könnte beliebig fortfahren.

Viele Fragen ranken sich um das Thema Kanal.

Wo stehen Sie? In welchen Kanälen wollen Sie 2016 mehr oder weniger aktiv sein? Wo müssen Sie optimieren?

3  Prozesse

Sie kriegen Bewerbungen, die so gut sind, dass Gespräche stattfinden und Angebote verschickt werden. Doch plötzlich – entweder mitten im Prozess oder nach Zusendung eines Angebotes – sagen die Bewerber ab. Sie haben sich für ein anderes Angebot entschieden. Ein anderer Arbeitgeber war schneller als Sie. Kennen Sie das?

Historisch gewachsene Verfahren können, aber sie müssen nicht optimal sein. Gerade dann, wenn neue Softwarelösungen eingeführt werden, empfiehlt sich der kritische Blick auf Prozesse und Abläufe.

Was spiegeln Ihnen Ihre Kandidaten? Wann haben Sie das letzte Mail auf Ihre Prozesse geschaut? Wie schnell sind Sie? Bekommen Bewerber eine Eingangsbestätigung und wie schnell? Wieviel Zeit benötigen Ihre Fachbereiche für eine Rückmeldung? Sind Ihre Bewerberdaten gut auffindbar? Wie lange dauert es von der Stellenausschreibung bis zur Stellenbesetzung?

4  Kommunikation

Kommunikation passiert immer! Jede Stellenanzeige, jede Absage, jedes persönliche Gespräch – alles ist Kommunikation. Wie sinnvoll mit Text überfüllte Stellenanzeigen sind, will ich an dieser Stelle nicht diskutieren. Immer wieder hapert es, wenn es an die persönlichen Gespräche geht. Einladungs- und Absageschreiben sowie Einstellungsgespräche hat doch jeder schon einmal gemacht. Und Standardschreiben sind schnell formuliert. An dieser Stellschraube ist sehr viel mehr möglich, als die meisten denken! Begeisterung bei Bewerbern ist pure Emotion. Und diese zeigt sich am deutlichsten an der Stelle Mensch zu Mensch – im Vorstellungsgespräch! Deshalb lohnt es sich der Blick in die Tiefe!

Wie wird in Ihren Vorstellungsgesprächen kommuniziert? Agieren Sie klar und überzeugend? Auf welche Art kommunizieren Sie im gesamten Prozess zu Ihren Bewerbern?

5  Candidate Experience

Das Erleben der Bewerber ist das, was aus Ihren Recruiting Aktivitäten resultiert. Die Candidate Experience ist entscheidend. Fragen Sie sich bei allen Aktivitäten: Und was sagt mein Bewerber dazu?

Ideal: Fragen Sie Ihre Bewerber nach Abschluss eines Prozesses. Denn das ist die beste Quelle für ehrliche Antworten. Nicht jeder wird Ihnen eine Antwort geben oder einen Fragebogen ausfüllen, der ein oder andere aber schon.

Was wird in Online Portalen über Ihre Bewerbungsverfahren berichtet? Wie können Sie Informationen darüber bekommen, wie Bewerber Sie erleben?

Last but not least:

Sie können nicht alles auf einmal machen. Priorisieren Sie und formulieren Sie Teilziele. Denn Sie wissen ja: auch Recruitingziele müssen smart sein!

S   pezifisch
M  eßbar
A   ttraktiv
R   ealistisch
T   erminiert

Wenn Sie Beratung, Unterstützung und einen Expertenblick von außen benötigen, werfen Sie einen Blick auf unser Beratungsangebot und sprechen Sie mich an!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein inspirierendes und erfolgreiches Jahr 2016 für Ihre Mitarbeitergewinnung!