Fußball ist ein Thema … das geht einfach immer! Was machen erfolgreiche Mannschaften im Vergleich zu weniger erfolgreichen Mannschaften? Warum ist Fußball so beliebt? Welche Dinge werden in der Öffentlichkeit besonders stark registriert? Und was können Sie daraus für Gespräche mit Bewerbern lernen?

1 Vorbereitung

Professionelle Vorbereitung auf das einzelne Spiel ist eine der wichtigsten Komponenten – gerade bei Länderspielen, Pokalspielen usw. Der Gegner wird im Vorfeld genau studiert, die einzelnen Spieler werden unter die Lupe genommen und ihre Stärken und Schwächen werden genau beleuchtet.

Nun ist ein Bewerber alles andere als ein Gegner, im Gegenteil. Dennoch ist das Thema Vorbereitung absolut vergleichbar. Wie bereiten Sie sich auf ein Bewerbungsgespräch vor? Analysieren Sie den Lebenslauf? Finden Sie Punkte, die die Passgenauigkeit eines Bewerbers unterstreichen? Beleuchten Sie Defizite? Suchen Sie Themen, die Aufschluss über die Interessen eines Bewerbers geben? Entdecken Sie Punkte, zu denen Sie als Arbeitgeber etwas Besonderes anbieten können? Gibt es Themen, die ihre Wettbewerber vielleicht nicht haben und einen Bewerber besonders begeistern? Das kann eine Zertifizierung sein genauso wie eine aktuelle Technologie, die Kooperation mit einer Kita oder der Zuschuss zum Sportstudio. Wie sind Sie hier aufgestellt?

 

2 Taktik / Strategie

Die Spiel-Taktik ist eines der wichtigsten Dinge im Fußball. Ob nun auf eine Mannschaft, bestimmte Spielerpositionen oder auf einen speziellen Gegner bezogen: die Taktik ist das A und O.

Auch im Recruiting ist eine Strategie unerlässlich. Neben einer „Mannschaftsstrategie“, die durchaus vergleichbar mit einer Arbeitgebermarke ist, ist auch eine Taktik mit Blick auf spezielle Positionen erforderlich. Welche Kanäle nutze ich für Position A, welche Kanäle für Position B? Wie formuliere ich Stellenanzeigen für Auszubildende und wie für Manager? Usw.

3 Trainingslager

Ausgezeichnete Leistungen gehen nicht ohne Training, Daher üben Teams gewisse Abläufe so lange bis sie diese quasi verinnerlicht haben. Viele Mannschaften fahren vor Saisonbeginn oder vor einem besonderen Turnier in ein Trainingslager. Dort werden Standardsituationen genauso geübt wie Elfmeterschiessen.

Wann haben Sie zuletzt geübt, Gespräche mit Bewerbern zu führen? Wann haben Sie Ihr Vorgehen in Interviews zuletzt hinterfragt? Stimme, Körpersprache, Moderation, Argumentation trainiert? Telefoninterviews, Skype-Interviews und persönliche Gespräche sind weit mehr als das Abhaken eines Fragenkatalogs. Wer hier nach Schema F vorgeht, fällt bei Bewerbern durch. Ein Fragenkatalog ist wichtig und sinnvoll, aber er ist „nur“ ein Anker. Ein echtes Gespräch beruht auf einem Austausch und besteht aus Geben und Nehmen. Diese Situationen kann man vorher … trainieren!

 

4 Gute Spieler

Eine Fußballmannschaft braucht gute Spieler. Auch wenn in manchen unkritischen Spielen eine zweite Mannschaft zum Einsatz kommt, so ist das A-Team das Entscheidende.

Haben Sie gute „Spieler“, die Gespräche mit Bewerbern führen? Wodurch zeichnet sich in einem Bewerbungsgespräch ein „guter Spieler“ aus? Was fehlt an Wissen und was muss bzw. kann sich angeeignet werden durch ein Training? Sind die „Spieler“ in der Lage, Bewerber mitzureißen? Haben Sie schon einmal erforscht, was Bewerber von einem Gespräch erwarten?

 

5 Klare Aufgaben- und Rollenverteilung

Eine Fußballmannschaft hat eine klare Aufgaben- und –Rollenverteilung. Die Spieler kennen nicht nur ihre eigene Rolle, sondern auch die ihrer Mitspieler. Erst dadurch sind Steilvorlagen möglich und Chancen, die aus echter Teamarbeit entstehen. Das individuelle Einzel-Ego der Spieler tritt zurück zugunsten des Teams.

Das haben Sie auch? Immer wieder ist zu beobachten, dass aufgrund der eigentlich so klaren Rollenverteilung z.B. zwischen HR und Fachbereich Fragen und Themen schlicht unter den Tisch fallen – sie werden vergessen. Die Rollenverteilung wird nicht bewusst klar besprochen, sondern sie wird als klar angenommen.

Unangenehm kann dies werden, wenn auf ein erstes ein zweites oder auch ein drittes Gespräch folgt. Wenn in den fortführenden Gesprächen dasselbe erzählt wird, dann ist dies „nur“ eine Wiederholung. Das kann passieren, muss aber nicht passieren. Wird jedoch im Zweitgespräch etwas gänzlich anderes dargestellt als im ersten Gespräch (weil andere Teilnehmer als in Runde 1 das Gespräch führen), so ist deutlich, dass im Vorfeld und nach dem ersten Gespräch keine Abstimmung erfolgt ist.

 

6 Professionelle Ausstattung

Eine Fußballmannschaft ist – gerade bei den Profis – i.d.R. mit optimalem Material ausgestattet. Dass beim Vorrundenspiel Schweiz gegen Frankreich sage und schreibe sieben Trikots von Ausstatter Puma der Schweizer Mannschaft während des Spiels zerrissen, ist sicherlich die Ausnahme.

Auch im Recruiting ist eine professionelle Ausstattung unerlässlich. Eine gute Bewerbermanagement-Software ist beispielsweise eine solche Komponente. Denn sie erlaubt nicht nur das Erfassen von Bewerbungen, sondern sie dokumentiert einzelne Schritte, ermöglicht Auswertungen, automatisiert Prozessschritte, vereinfacht das Recruiting. Bewerber bemängeln sehr oft die Punkte Zeit und Information. Informationen kommen gar nicht (z.B. Eingangsbestätigungen, Absagen) oder aber erst nach Wochen/Monaten (darunter fallen auch Vertragsangebote).

Auch im Vorstellungsgespräch ist eine professionelle Ausstattung erforderlich und relativ einfach umsetzbar. Der Alltag zeigt, dass hier klares Verbesserungspotenzial herrscht. Bewerbungsgespräche, die in schlecht gelüfteten Besprechungsräumen stattfinden, wo die Tassen und der Kaffee des vorhergehenden Meetings noch stehen, u.ä. sind gar nicht so ungewöhnlich neben fehlenden Unterlagen bei den Unternehmensvertretern oder fehlenden Visitenkarten, Vielleicht denken Sie jetzt: macht das so viel aus? Kommt darauf an! Der Gesamteindruck eines Bewerbers ist am Ende die Summe aller Dinge.

 

7 Teamspirit

Bei allen Mannschaftssportarten ist Teamgeist gefragt. Deshalb konnte bei der diesjährigen EM die Mannschaft Islands so weit kommen und u.a. England ausschalten. Die Summe der Spieler als Mannschaft war mehr als die Summe der Einzelspieler.

Haben Sie schon einmal an einem Bewerbungsgespräch teilgenommen, an dem 2 Unternehmensvertreter beteiligt waren, die offensichtlich bislang wenig miteinander zu tun hatten? Und haben Sie schon einmal das Gegenteil erlebt? 2 Unternehmensvertreter, die aufeinander eingespielt sind, die sich kennen, die sich „die Bälle zuspielen“? Hier ist der Flow, der im Raum ist, auf bemerkenswerte Weise zu spüren. Ein solches Gespräch läuft fast von selbst und Bewerber spüren und fühlen das ebenso, denn sie sind ein Teil dieses Flows!

 

8 Social Media

Der Hype in den sozialen Netzwerken ist nach wie vor ungebrochen.

Ob Ronaldo oder Löw – alles wurde geteilt, geliked, kommentiert. Fast hatte man den Eindruck, als ob das Geschehen außerhalb des Platzes wichtiger wäre als das Geschehen auf dem Spielfeld. Die Spieler tragen ihren Anteil dazu bei, posten und twittern. Auch die Bundesligaspieler und -vereine stehen dem in nichts nach. Die Zahl der Follower auf allen Kanälen belegt das.

Konsequenz für die Suche nach Mitarbeitern? Digitale Präsenz ist ein Must. Gerade für die Generationen Y und Z bedeutet „mobile“ und „always on“ normaler Alltag. Eine Social Media Präsenz ist sicherlich abhängig von der Größe eines Unternehmens. Denn ein entsprechender Auftritt muss gepflegt werden! Eine verwaiste oder schlechte Social Media Präsenz ist schlimmer als gar keine. Digitale Präsenz beginnt jedoch schon vorher: überzeugende Stellenanzeigen im Netz, Karriereseiten auf der Unternehmenshomepage, Präsenz in Business-Netzwerken u.ä. Digitale Präsenz ist Pflicht!

Mögen Sie Fußball? Wo sehen Sie Dinge, die das Recruiting im Fußball abschauen kann?