Entscheidungen treffen wir Menschen meist unter einem vermeintlichen Kosten-Nutzen Aspekt. Weniger stark ins Gewicht fällt oftmals die innere Haltung, obwohl gerade diese die eigentliche Sicht auf die Kosten bestimmt und damit auch maßgeblich für die letztliche Entscheidung ist. Mit Kosten ist nämlich nicht nur Geld gemeint, sondern vor allem Aufwand, Zeit, Überwindung und Verzicht! Ob es nun um den Jobwechsel geht, um eine Weiterbildung, um Ziele oder auch um die schönen Neujahrsvorsätze, die im Sande verlaufen – die Emotion spielt eine wichtige Rolle. Denn Chancen sind als solche weder gut noch schlecht, weder teuer noch ungünstig, weder aufwändig noch überzogen. Erst Ihre eigene Bewertung macht eine Chance dazu.

Haben Sie sich schon einmal die Frage gestellt: Was kostet mich mein Denken?

Als Personalberaterin bin ich immer wieder auf typische Gedankenfallen bei Führungskräften, Mitarbeitern und Bewerbern gestoßen, die bei wichtigen Entscheidungen zum Stolperstein werden. Die 6 beliebtesten möchte ich hier mit Ihnen teilen, mit dem Ziel, dass Sie einmal prüfen, ob Ihnen diese Fallen bekannt vorkommen und was Sie dagegen tun können.

1. Das kann ich nicht!

Da ist sie … die Chance, auf die Sie gewartet haben. Und offensichtlich gibt es Menschen, die Ihnen etwas Besonderes zutrauen, denn sonst hätte die Chance nicht bei Ihnen angeklopft.

Ihr Gedanke: das kann ich nicht!

Fragen Sie sich in einer solchen Situation, was genau Sie nicht können. Wie könnten Sie das, was Sie nicht können, erlernen? Könnte es ein, dass Sie den Punkt überbewerten? Wäre es möglich, dass Sie eine positive Entscheidung treffen und dass Sie das, was Ihnen fehlt, später dazu lernen? Was ist realistisch das Schlimmste, was Ihnen wirklich passieren kann und wie schlimm ist das Schlimmste wirklich?

2. Ich kann mich nicht entscheiden!

Eigentlich ist es ideal: Sie haben verschiedenen Alternativen und Sie können wählen.

Ihr Gedanke: ich kann mich nicht entscheiden!

Machen Sie eine Entscheidungsmatrix und bewerten Sie bei jeder Alternative, was gut ist und was nicht gut ist. Bedenken Sie dabei, dass keine Entscheidung auch eine Entscheidung ist! Daher gehört auch die Alternative, alles so zu lassen, wie es gerade ist, unbedingt dazu! Diese Variante wird meistens übersehen. Wenn Sie mit einer solchen Matrix alles vor Augen haben, fällt die Entscheidung sehr viel leichter.

3. Ich habe keine Zeit!

Da ist dieses verlockende Angebot, das Ihnen Hilfe und Lösungen verspricht.

Ihr Gedanke: ich habe keine Zeit!

Die Zeit ist ein recht konstanter Faktor. Die entscheidende Frage ist, wozu wir die Zeit nutzen. Denn der Haken bei etwas Neuem ist: sie müssen sich damit auseinandersetzen, und sie müssen umsetzen! Letztlich geht es also darum, zu priorisieren. Die Aussage keine Zeit zu haben, ist sehr populär. Gerade deshalb kommt sie vielen Menschen auch so schnell und einfach über die Lippen. Denn schließlich ergeht es anderen auch nicht besser.

Machen Sie eine Liste mit den Dingen, die für Sie wichtig sind und die ihre Zeit beanspruchen. Sie werden dann schnell erkennen, ob das verlockende Angebot nur ein Ding „on top“ ist, oder ob es vielleicht auf mittlere Sicht dazu führt, die heutigen zeitaufwändigen Punkte zu reduzieren. Wenn letzteres der Fall ist, dann müssten Sie bewerten, wie wichtig Ihnen das ist.

Am Ende bedeutet die Aussage „ich habe keine Zeit“ nur, „es ist mir jetzt nicht wichtig genug“. Mit dieser bewussten Entscheidung lässt es sich deutlich leichter leben.

4. Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt!

Sie bekommen die Chance etwas zu realisieren, was Sie eigentlich schon länger tun wollten.

Ihr Gedanke: jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt!

Viele Menschen verschieben Entscheidungen und Handlungen, weil sie auf den richtigen perfekten Moment warten – egal, ob es sich dabei um das Privatleben oder das Berufsleben handelt. Gerade die Dinge, die uns am meisten nach vorne bringen würden, werden verschoben auf den „richtigen Zeitpunkt“. Und so wird gewartet und gewartet bis irgendwann der Punkt da ist, wo der Mensch bereut, etwas nicht getan zu haben.

Vielleicht kennen Sie auch die Gegenthese dazu: es gibt nie einen richtigen Zeitpunkt!

Schieben Sie nichts auf. Skizzieren Sie ein Bild, wie der richtige Zeitpunkt sein müsste und fragen Sie sich anschließend, wie realistisch das ist. Vielleicht brauchen Sie gerade diese Entscheidung, um die Sie sich drücken, um ihrem perfekten Zeitpunkt näher zu kommen.

5. Das ist nicht so einfach!

Sie wollen eine Veränderung und haben nun die Möglichkeit, die Veränderung anzugehen.

Ihr Gedanke: das ist nicht so einfach!

Wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Ob es nun der immer gleiche Weg ins Büro ist, der gleiche Bäcker oder gar der gleiche Urlaubsort … Es ist doch so schön, wenn man schon alles kennt. Veränderung ist anstrengend und … mal ganz ehrlich: unser Leben ist doch ohnehin schon anstrengend, oder? Wir machen es uns gerne in unserer Komfortzone gemütlich. Und auch wenn diese Komfortzone vielleicht schmerzhaft ist: wir kennen das Ergebnis und das gibt Sicherheit. Veränderung bricht diese Sicherheit auf und zieht uns aus unserer Kuschelgruppe, die wir uns in unserem Umfeld erbaut haben. Lieber das langfristige bekannte Leid als das unbekannte und unsichere Glück.

So kommt dann das Totschlagsargument: das ist nicht so einfach.

Erarbeiten Sie für sich eine Strategie und eine Zielsetzung und brechen Sie diese in einzelne Schritte herunter. Es geht nicht darum, dass Sie morgen einen Marathon laufen. Sie brauchen einen Plan, was Sie alles tun müssen, um in einem Zeitraum von x Monaten einen Marathon laufen zu können. Gerade wenn Sie diesen Plan haben, dann wird es einfach und überschaubar. Voraussetzung ist, dass Sie wirklich wollen.

6. Das ist mir zu teuer!

Die Möglichkeit, nach der Sie gesucht haben, liegt vor Ihnen. Sie müssen nur zugreifen.

Ihr Gedanke: das ist mir zu teuer!

Das beliebte Argument wird oft benutzt, um für eine Veränderung nicht aktiv werden zu müssen – ob es nun um Geld geht oder um einen anderen Preis (z.B. der Verzicht auf Schokolade, um abzunehmen). Gleichzeitig sind dann die Schuhe, die Tasche, die Autofelgen oder die Dauerkarte beim Fußball durchaus möglich.

Die entscheidende Frage ist: können Sie es sich nicht leisten oder wollen Sie es sich nicht leisten. Die Aussage, etwas ist zu teuer, verleitet dazu, nicht länger darüber nachzudenken, wie Sie das Gewünschte doch realisieren könnten. Nach dem Motto „Ich würde ja gerne, aber …“ wird das Thema ad acta gelegt und alles bleibt wie es war. Diese passive Haltung bewirkt natürlich nichts. Damit akzeptieren Sie nur die bisherige Situation, die sie als solche weiterhin beklagen. Möglicherweise fehlt es Ihnen eher an Entscheidungswillen oder an Mut. Wachstum ist Veränderung und Veränderung ist ein Gesetz der Natur. Fehlendes Wachstum ist Stillstand und Stillstand ist tödlich. Die Beispiele hierfür sind zahlreich (Kodak, Neckermann, usw.)

Wenn Sie wirklich etwas verändern wollen, dann fragen Sie sich, wie Sie Ihre Situation so verändern können, dass Sie es sich doch leisten können. Die Aussage „zu teuer“ ist meist nur eine Ausrede, um im alten Muster zu bleiben.

Fazit

Kennen Sie diese Gedanken? Finden Sie sich in dem ein oder anderen wieder? Was sind Ihre Muster, die Ihnen bei wichtigen Entscheidungen dazwischen funken?
Was kostest es Sie, wenn Sie in diesen Schemata denken? Und noch mehr: was kostet es Sie, wenn Sie Dinge nicht tun?

Wenn Sie sich das nächste Mal bei einem dieser Denkmuster ertappen, dann lassen Sie diese Aussagen nicht statisch stehen, sondern hinterfragen sie sie und kommen Sie anschließend ins Handeln. Nur wenn Sie selbst umsetzen, verändern Sie wirklich etwas!

Vor welchen Veränderungen stehen Sie zur Zeit?

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